TORSTEN TEMP IM GESPRÄCH

EXZELLENTE TEAMLEISTUNG, STARKER VERTRIEBSWILLE.

 

Die Marktbereiche blicken auf ein gutes Jahr 2016 zurück. Was war für den Erfolg ausschlaggebend?

Torsten Temp:  Uns zeichnet mittlerweile aus, dass wir eine exzellente Teamleistung erbringen und über einen starken Vertriebswillen verfügen – auch unter anspruchsvollen Bedingungen. Wir hatten 2016 einen Vorstandswechsel im Vertriebsressort, das ich nun allein verantworte. Und es gab die finale EU-Entscheidung im Beihilfeverfahren, danach haben wir mit den Vorbereitungen für den Verkaufsprozess begonnen. Für die Bank ist der Eigentümerwechsel eine Chance. Aus reiner Vertriebssicht sind solche Veränderungen in der Regel aber keine optimalen Voraussetzungen. Dennoch haben wir unsere Ergebnisziele 2016 nicht nur erreicht, sondern übertroffen. Und ein Neugeschäft in Höhe von 8,9 Milliarden Euro ist eine starke Leistung. Unsere guten Ergebnisse sind besonders erfreulich, weil wir schwach in das Jahr 2016 gestartet sind. Die Aufholjagd zu verfolgen hat mir Freude bereitet. Insgesamt sehen Sie einen zufriedenen Vertriebsvorstand – was eher selten ist.

 

Was erwarten Unternehmen heute von ihrer Bank?

Torsten Temp:  Die wichtigsten Themen sind Geschwindigkeit, Kompetenz in der Strukturierung eines Kredits und Zuverlässigkeit. Eine gute Produktauswahl setzen die Kunden als selbstverständlich voraus. Unser Ziel ist es, den Kunden eine Art von One-Stop-Shopping zu bieten.

 

Gelingt das?

Torsten Temp:  Ich denke ja, sonst hätten wir nicht allein im Bereich Unternehmenskunden gut hundert Neukunden gewonnen. Die Kunden honorieren unsere guten Leistungen – das merken wir an den Rückmeldungen in Gesprächen. Das zeigen aber auch unsere Kundenbefragungen.

 

Die Zinsen sind derzeit niedrig, Rohstoffpreise und Währungen schwanken aber spürbar. Wie wichtig ist es, den Kunden dabei zu helfen, Unsicherheitsfaktoren zu minimieren?

Torsten Temp:  Wir arbeiten seit Jahren erfolgreich daran, die Verzahnung zwischen Kundenbetreuer und Produktspezialist aus dem Kapitalmarkt zu verbessern. So können unsere Kunden unkompliziert Zinsen oder Währungen zu ihrem Vorteil absichern – und wir verbessern unsere Cross-Selling-Quote.

 

Viele Banken haben zuletzt den deutschen Mittelstand für sich entdeckt. Was heißt das für die HSH Nordbank?

Torsten Temp:  Der deutsche Mittelstand ist seit Jahrzehnten bei Banken hart umkämpft, das ist prinzipiell nichts Neues. Seit etwa zwei Jahren mischen allerdings noch ein paar ausländische Banken mit, und zwar ziemlich aggressiv, weil deren Heimatmärkte eher noch von der Krise geprägt sind.

 

Bedeutet verschärfte Konkurrenz, dass Banken bereit sind, größere Risiken einzugehen, um zum Zug zu kommen?

Torsten Temp:  Das stellen wir in einigen Bereichen durchaus fest. Wir machen aber keine unvernünftigen Geschäfte. Bei uns gelten klare, strenge Risikostandards. An die halten wir uns. Langfristig ist das die richtige Strategie.