ULRIK LACKSCHEWITZ IM GESPRÄCH

KLARE VERHÄLTNISSE.

 

Zum 1. November 2016 wurde die frühere Restructuring Unit (RU) in das von Ihnen geleitete Risiko­ressort integriert. Weshalb?

Ulrik Lackschewitz:  Die RU war praktisch eine Bank in der Bank, mit eigenen Prozessen, eigenen Abläufen. Für diese Konstruktion mag es Gründe gegeben haben, als diese Einheit aufgebaut wurde. Dauerhaft und in der aktuellen Situation war diese Konstruktion aber nicht passend, weil es dadurch keine integrierte Sicht auf die Risiken gab. Das haben wir geändert. Mit der Integration der Restructuring Unit gibt es nun einheitliche Prozesse und Kreditstandards, alles greift jetzt ineinander.

 

Was hat sich durch die Integration geändert?

Ulrik Lackschewitz:  Früher hat die RU, die übrigens gute Arbeit geleistet hat, alles gemacht: Analyse, Betreuung und Bearbeitung. Nun gibt es eine Trennung: Die Analyse liegt im Bereich Kreditrisikomanagement von Jan Lührs-Behncke. Um die Betreuung der Engagements kümmert sich der Bereich von Jan Erik Groß, Spezial Kreditmanagement. Es gibt nun keine Kolleginnen und Kollegen mehr, die sowohl Analyse als auch Betreuung machen. Diese klare Trennung war auch unter MaRisk-Gesichtspunkten wichtig. Insgesamt war das eine große Umstrukturierung, die wir intern gut hinbekommen haben – auch dank der Flexibilität und des großen Engagements der Kolleginnen und Kollegen.

 

Wie gehen wir mit den in der Abbaubank gebündelten, meist leistungsgestörten Krediten um?

Ulrik Lackschewitz:  Wir haben beim Abbau von leistungsgestörten Krediten große Fortschritte erzielt. Das ist uns gelungen, weil wir diese Portfolios professionell managen. Teilweise konnten wir Engagements neu strukturieren, teilweise haben wir Portfolios verkauft. Insgesamt konnten wir so etwa zehn Milliarden Euro (EAD) abbauen: Fünf Milliarden Euro haben wir an die AöR der Länder übertragen, weitere etwa fünf Milliarden Euro im Tagesgeschäft reduziert. Dieser Abbauprozess geht weiter, dazu gehört auch der Verkauf unseres Marktportfolios.

 

Was bedeutet die Bündelung der Problemkredite in der Abbaubank für die Beziehungen zu unseren Kunden?

Ulrik Lackschewitz:  Wir sprechen konsequent mit einer Stimme. Das alles führt zu einem stringenteren Zugang zu unseren Kunden. Davon verspreche ich mir große Vorteile.